Von 0.001mmzu 3000 kg

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Versteckt im Wohngebiet, in der Nähe der Rebberge, steht das Produktionsgebäude von SMC Mould Innovation AG in Hallau. Der schlichte 50er-JahreBau gibt nicht preis, dass dahinter hochpräzise Werkzeuge für den Spritzguss in der Pharma- und Medizinaltechnik hergestellt werden.

SMC steht seit über 100 Jahren für hochpräzisen Werkzeugbau, erklärt Adolph Keller. Er ist seit Anfang 2026 als Geschäftsführer tätig und ergänzt auch gleich, was ihn am Werkzeugbau fasziniert: «Wir arbeiten im Mikrometerbereich, bieten höchste Qualität und schaffen Werkzeuge, die weltweit Millionen von Medizinprodukten ermöglichen.» Die 25 Mitarbeitenden in Hallau stellen Spritzgussformen für Kunststoffkomponenten für Autoinjektoren und Injektionspens her. Dazu gehören beispielsweise Gehäuseteile, Führungskomponenten, Sicherheitsmechanismen oder Funktionsbauteile, die für die zuverlässige Medikamentenabgabe notwendig sind. Dass diese hohe Präzision und Qualität möglich ist, liegt an der langen Geschichte des Werkzeugbaus in der Region – die eng mit SMC verbunden ist.

«Wir arbeiten im Mikrometerbereich, bieten höchste Qualität und schaffen Werkzeuge, die weltweit Millionen von Medizinprodukten ermöglichen.»

Adolph Keller, Geschäftsführer SMC Mould Innovation AG

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Spritzguss-Cluster Schaffhausen

Vor rund 100 Jahren begann der gelernte Feinmechaniker Theodor Schöttli in Hallau Pressformen für die Kunststoffverarbeitung herzustellen. Aus diesem Betrieb ging später die Firma Buchter-Schöttli, die heutige SMC Mould Innovation AG, hervor. Über die Jahrzehnte entstanden weitere Unternehmen in den Bereichen Spritzguss und Formenbau. Darunter etwa die FOSTAG Formenbau AG in Stein am Rhein, der Neuhauser Formenbauer KEBO AG und das Schaffhauser Spritzgussunternehmen Gebrüder Renggli AG. Das führte zu einer Konzentration von Kompetenzen und Erfahrung in der Region, die durch eine gute Ausbildung gepflegt und weiterentwickelt wurde. So besteht in der Region Schaffhausen heute ein weltweit bedeutendes Cluster im High-End-Spritzguss und Formenbau

200 Teile. Ein Werkzeug. Null Toleranz.

Die 25 Mitarbeitenden von SMC – vom Lernenden bis zum erfahrenen Spezialisten – sind mit Leidenschaft und vor allem Genauigkeit am Werk. Das ist eine der Qualitäten, die vor allem in der Medizinaltechnik, wo Patientensicherheit an erster Stelle steht, verpflichtend sind. Bei SMC geht es beim Bau der rund 200 bis 300 Einzelteile für ein einzelnes Spritzgusswerkzeug, das bis zu drei 3.0 Tonnen wiegen kann, um Mikrometer. Egal ob für Autoinjektoren, Nasensprays und Augentropfensysteme. Mit einem kleinen Team bewahrt sich der Betrieb Flexibilität. So können immer wieder auch einmal «exotische» Produkte als Lohnfertigung hergestellt werden, ergänzt Keller und zeigt auf eine Gasturbine, die gerade in einer der Maschinen gefräst wird.

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Verwurzelt vor Ort und vernetzt mit der ganzen Welt

SMC gehört seit 2024 zu SHL Medical, einem weltweit führenden Entwickler und Hersteller von Selbstinjektionssystemen. Das global tätige Unternehmen agiert als Komplettanbieter für die Pharmabranche und den Gesundheitssektor. Es deckt den gesamten Prozess von der ersten Entwicklung und dem Werkzeugbau über die Spritzgussfertigung bis hin zum verpackten Medizinprodukt aus einer Hand ab. Die Integration eröffnet neue Perspektiven für SMC: «Wir sind heute Teil eines weltweit führenden Medtech-Unternehmens und können unsere Kompetenzen noch direkter in die Entwicklung und Produktion innovativer Abgabesysteme für Medikamente einbringen», beschreibt Keller die neue Rolle des Hallauer Unternehmens als Teil einer vertikalen Vertiefungsstrategie von SHL Medical. Gleichzeitig bleibt der Standort ein Kompetenzzentrum für Werkzeugbau mit einem hohen Grad an Eigenständigkeit.

Der kleine mit dem grossen Partner

Die Übernahme durch SHL führt zu einigen Veränderungen – und doch bleibt die tägliche Arbeit die gleiche. Mit dem starken Partner im Hintergrund können Investitionen in den Maschinenpark anders getaktet werden, Auslastung und Spezialaufträge im eigenen Netzwerk verteilt und vor allem in einem engen Austausch mit den SHL-Formenbauern aus Taiwan und den USA Erfahrungen, Herausforderungen und vor allem Innovationen diskutiert werden. «Diese internationale Vernetzung ist für uns sehr spannend: Alle Firmen haben eine leicht andere Fokussierung und darum unterschiedliche Erfahrung im Einformen, im Umgang mit verschiedenen Materialien und in der Innovationsentwicklung», erklärt Keller. Diese Verbindung nutzt das Team neben dem Wissenstransfer auch für die Entwicklung von Innovationen, um die hohe Qualität am Standort zu halten. Ein weiterer Pfeiler dafür ist die Berufsausbildung und die Weiterbildung. Für junge Talente bietet die SHL-Zugehörigkeit eine einzigartige Kombination: Bodenständiges Schweizer Handwerk gepaart mit den Karrierechancen eines globalen Konzerns. Und das in Hallau.

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