Unter Strom seit 115 Jahren

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Als Industriepionier Carl Maier 1909 die CMC gründete, war seine Vision eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Ein Jahrhundert später sichern seine Pionierleistungen und die innovativen Produkte von ABB den Betrieb kritischer Infrastrukturen weltweit – und das immer noch «Made in Schaffhausen».

Der ABB-Standort Schaffhausen blickt auf eine starke Entwicklung zurück: volle Auftragsbücher, Investitionen auf Rekordniveau und ein konsequenter Fokus auf Innovation und Sicherheit. «Unser Erfolg basiert auf einem eingespielten Team von rund 400 Mitarbeitenden und einer klaren strategischen Ausrichtung», erklärt Finanzleiter Sebastian Moritz. Mit seinen Leitungsschutzlösungen für kritische Stromanwendungen ist der Standort in einem stark wachsenden Markt bestens positioniert.

Junger Industriepionier mit dem richtigen Schalter

Die Wurzeln von ABB in Schaffhausen gehen auf den Industriepionier Carl Maier zurück. Bereits als junger Ingenieur erkannte Maier die Bedeutung von Steuer- und Schutzeinrichtungen für die schnell wachsende Energieinfrastruktur. Mit einer kleinen Werkstatt in der Stadt Schaffhausen legte er 1909 den Grundstein für ein Unternehmen, das den Industriestandort prägte und über 115 Jahre später zu den Technologieführern in seiner Branche gehört.

Seit 1992 ist CMC Teil von ABB und einer von acht Produktions- und Engineering-Standorten in der Schweiz. Schaffhausen ist spezialisiert auf Niederspannungsprodukte für Personen-, Leitungs- und Geräteschutz. Der Standort Schaffhausen ist Anbieter von führenden Lösungen für eine unterbruchsfreie und sichere Versorgung von kritischen Infrastrukturen wie Bahntechnik, Spitäler, erneuerbare Energien und Telekommunikation. Damit sei der Standort in einem stark wachsenden Sektor sehr gut positioniert, erklärt Sebastian Moritz.

Innovation als Konstante

Was mit dem Ölschalter von Carl Maier begann, wurde über ein Jahrhundert weiterentwickelt und an neue Sicherheitsanforderungen und Einsatzbereiche angepasst. Mit gleichbleibender Zuverlässigkeit und höchstem Qualitätsanspruch, betont der Leiter Forschung & Entwicklung, Thomas Wulf.

Innovationen sind Teil der DNA und damit im Firmenalltag gegenwärtig. «Unsere Entwickler und Entwicklerinnen sind nah an den Kunden – einige vielversprechende Innovationen sind in der Pipeline», erklärt Wulf weiter. Mehr

verrät er noch nicht und spricht lieber die heute wichtigen Produkte aus der eigenen Produktion an.

Dazu gehört der Magnetauslöser, der am Standort entwickelt und seit den 1960er Jahren jedes Jahr in millionenfacher Ausführung produziert wird. Die aktuelle Version MA7 ist der empfindlichste Magnetauslöser auf dem Markt und wird in sämtlichen Fehlerstrom-Schutzschaltern von ABB weltweit eingebaut. Er erkennt Fehlerströme, bevor sie zu Gefährdungen von Personen oder Systemausfällen in kritischen Netzen führen können. Mit SMISSLINE hat ABB in Schaffhausen eine Produktlinie entwickelt, die den lastfreien, sicheren Ein- und Ausbau von Schutzgeräten unter Spannung ermöglicht, ohne dass die elektrische Versorgung unterbrochen werden muss. Damit sorgt das steckbare Energieverteilungssystem dafür, dass kritische Infrastrukturen weltweit sicher mit Strom versorgt werden. Mit dem Hochleistungs-Leitungsschutzschalter S800 ergänzt ABB ihr Angebot mit einem spezialisierten Sicherungsautomaten. Er ist darauf ausgelegt, elektrische Stromkreise bei Kurzschlüssen oder Überlastungen sehr schnell zu trennen. Er wird primär in Bereichen eingesetzt, in denen sehr hohe Kurzschlussströme auftreten können, wie zum Beispiel in Rechenzentren, Industrieanlagen oder bei erneuerbaren Energien (Photovoltaik-Anlagen). In kritischen Infrastrukturen sorgt der S800 dafür, dass bei einem Fehler nur der betroffene Bereich abgeschaltet wird, während der Rest der Anlage unterbrechungsfrei weiterläuft. So wie es schon Firmengründer Carl Maier wollte.

«Schaffhausen zeichnet die hohe Fertigungstiefe aus. Damit können wir die höchste Qualität und Effizienz sicherstellen.»

Daniel Stutz, Produktionsleiter ABB Schaffhausen

Von der Idee bis zum fertigen Produkt

«Was unseren Standort in Schaffhausen auszeichnet, ist die Fertigungstiefe: Vom Werkzeugbau über den Kunststoff Spritzguss und die automatisierten Hightech Anlagen bis hin zu einem Entwicklungsteam mit eigenem zertifizierten Prüflabor haben wir alle Funktionen im Haus und können so die höchste Qualität und Effizienz sicherstellen», erklärt Produktionsleiter Daniel Stutz. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Mitarbeitenden, deren Zahl in den letzten Jahren auf fast 400 angewachsen ist. «Wir finden in der Region gut ausgebildete Fachkräfte und bilden auch selbst Lernende in sieben Berufen aus. Das ist für uns selbstverständlich.»

Dank der starken globalen Nachfrage konnte ABB im Jahr 2024 eine weitere Produktionslinie für SMISSLINE-Sicherungsautomaten in Betrieb nehmen. Mit der hochautomatisierten Produktionsanlage ist die Endmontage und Kalibrierung dieser Automaten vollständig in der Schweiz möglich – für die ganze Welt. Im Bereich Magnetauslöser MA7 läuft der Ausbau der Produktionskapazität um weitere 50 Prozent.

Der Blick in die Zukunft

Weitere Ausbauschritte sind auch in anderen Bereichen in der Umsetzung. So ist für 2026 die Renovierung der grossen Shedhalle geplant. «Was uns hier herausfordert, sind die engen Platzverhältnisse. Wir sind hier über drei Gebäude verteilt, das fordert die Organisation und unsere Entwicklungsperspektiven», erklärt Sebastian Moritz beim Gang durch die Produktion. «Bisher haben wir es immer geschafft, und ich bin überzeugt, so wie wir aktuell aufgestellt sind, wird das auch weiterhin gelingen!»

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